Schamanisches Weltbild

Das schamanische Weltbild geht davon aus, dass die gesamte Schöpfung beseelt ist, wodurch eine seelische Vernetzung aller Kreaturen entsteht.

Alles ist mit allem verbunden! Man spricht auch von einem animistischen Weltbild. Diese Sichtweise birgt die Erkenntnis in sich, dass das Leben über die menschliche Existenz hinaus geht und ermöglicht eine Erfahrung des Eingebettet seins in eine höhere Ordnung.

Das bedeutet, persönliche Transformationen beeinflussen das gesamte soziale und kollektive Umfeld. Und umgekehrt beeinflusst die gesamte beseelte Schöpfung das Individuum.

So verbunden, bekommen die spirituellen Kräfte, jene Kräfte, die das ganze Leben zusammenhalten, eine Bedeutung.

Das Wort „Spirituell“ kommt von dem Wort spiro = ich atme und bedeutet auch Geist, Hauch. In dem Wort „spirituell“ finden wir auch die Hinwendung an eine rational nicht erklärbare Wirklichkeit.

Der Mensch erfährt in diesem Zusammenhang eine Ahnung/ Wahrnehmung des gesamten Lebens über die Sinne und der Ratio hinaus.

Solche Erlebnisse erfahren wir oft in besonderen Situationen. z.B. die Geburt eines Kindes, das Begleiten des Sterbens eines nahen Menschen, bewegende Erlebnisse in der Natur.

Schamanismus heute kann der persönlichen Spiritualität als individueller Entwicklungsweg dienen.
Auch wird er als Alternative Heilung in komplementär-medizinischen und psychotherapeutischen Settings eingesetzt.

Woher er kommt

Der Schamanismus ist ein spirituelles Kulturgut und gilt als älteste Heilmethode und Naturwissenschaft. Er entstand vor mindestens 30.000 Jahren aus den Glaubensvorstellungen von Jägern und Sammlern.

Der Begriff „Shaman“ stammt aus dem Tungusischen (Sibirien) und bedeutet „der Erleuchtete“ oder „der, der sieht“. Schamanismus hat seine Wurzeln in den nomadischen Kulturen Eurasiens und Nordamerikas und verbreitete sich weltweit mit kulturellen Anpassungen in Asien, Afrika, Südamerika und bei nordamerikanischen indigenen Völkern.

Schaman:innen sind Mittler zwischen der Alltagswirklichkeit und der „Nichtalltäglichen Wirklichkeit“ (Anderswelt)

Moderne Praktiken und Techniken

Die Kernelemente der schamanischen Arbeit zur Unterstützung von Heilungsprozessen sind:

  • Trancezuständen durch Trommeln, Rasseln, Gesänge, Räucherrituale und meditative Techniken
  • Krafttierarbeit: Die Arbeit mit einem Krafttier ermöglicht den Zugang zu unseren eigenen, inneren im Verborgenen liegen Kräften
  • Naturverbindung: Nutzung der heilenden Kraft der Natur durch intuitive Wanderungen, auch Schwellengänge genannt.
  • Gemeinschaftsrituale: Bündelung von Kräften in Gruppen für tiefere Transformation

Schamanismus heute

Der Schamanismus bietet eine Brücke zwischen uralter spiritueller Weisheit und modernem Leben. Er ermöglicht Menschen, sich mit ihrer Seele, der Natur und spirituellen Kräften zu verbinden und tiefgreifende persönliche Transformationen zu erfahren. Für viele Menschen ist er ein wertvoller Weg zur Selbstheilung und spirituellen Entwicklung in unserer Zeit.
Er kann Antworten auf moderne Bedürfnisse bieten, wie z.B. die Sinnsuche in säkularisierter Gesellschaft oder die Naturverbundenheit in einer urbanisierter Umwelt

Er kann als ganzheitlicher Heilungsansatz als Ergänzung zur wissenschaftlichen Medizin angewendet werden und ist ein wundervolles Gegenmittel zu Stress, Hektik und Entfremdung